Frühling / Sommer 2016

Frühling, oh, du schöne Jahreszeit, Zeit der offenen Terrassentüren … endlich wieder nach Lust und Laune hinaus in den Garten rennen und ebenso wieder hinein!

 

Leider entsprach dieses Jahr der Frühjahres-Anfang nicht ganz meinen Vorstellungen: Petrus bescherte uns recht viele niederschlagsreiche Tage und geizte mit wärmeren Temperaturen. Nun denn, meiner Chefin und mir ist das Wetter eigentlich egal, wir sind bei jeder Witterung unterwegs … - Am 9. März allerdings brach trotz Sonnenschein der Himmel über mir zusammen: Früh am Morgen schon machten sich meine Menschen reisefertig, packten auch noch Toiletten-Artikel in einen  für eine „3-köpfige Familie“ merkwürdig  kleinen Koffer ein und zogen auch mich an. Sollte ich in einen Kurzurlaub fahren können? Komisch: Von Ferienstimmung war wirklich nichts zu spüren! Zwar fuhren wir weg, aber wenig später hielten wir auf dem Parkplatz eines mit „ENGERIED“ angeschriebenen Hauses, wohin wegen fehlendem Zimmer im „LINDENHOF“ der Zwangsurlaub meiner Frau verschoben worden war. Vor besagtem Haus stiegen meine Menschen aus, und meine Chefin sagte mir mit Tränen in den Augen, sie käme bald wieder zu mir und ich solle in der Zwischenzeit dem Vizechef brav gehorchen. Was sollte das alles?

Erst zu Hause erfuhr ich, dass sich meine Frau einer Leistenbruch-OP unterziehen musste und zum ersten Mal abends nicht zu mir heim kommen würde. Das heulende Elend überkam mich … und bald wurde es mir so speiübel, dass ich mich immerzu übergeben musste. Davon, dass es unterdessen meiner Meisterin im Spital nach prima überstandener Operation ebenso erging, wusste ich zwar nichts, fühlte es wohl aber … 

 

Der Allgemeinzustand meiner Frau war glücklicherweise so gut, dass der Chirurg sie bereits tags darauf entliess, jedoch mit der Auflage, mich 10 Tage lang nur in Begleitung auszuführen und nicht mehr als 5 kg zu heben … und schon spazierten wir der Aare entlang. Meine Welt war wieder in Ordnung, und ich liess meine Meisterin keinen Augenblick mehr aus den Augen. Zwar konnten wir zusammen vorerst nicht all meinen Aktivitäten nachgehen, genossen aber das gemeinsame Seele-baumeln-lassen und Ostereier färben (Video dazu > Ostern, 27. März 2016 umso intensiver.

 

Mehr Zeit blieb auch für Besuche und Einladungen; der diesbezügliche Höhepunkt war für mich der Abend des 23. April mit unseren ehemaligen und jetzigen direkten Nachbarn von Estavayer: Natürlich war die gesamte Jungmannschaft, die mich von klein auf ins Herz geschlossen hat, mit dabei und ich wurde nach Noten liebkost und geknuddelt.

 

Nebst mir war auch der Garten unendlich froh, meine 2-Beinerin wieder fit und voller Tatendrang zu sehen; natürlich kann sie beim Jäten, Pflanzen, Büsche und Bäume schneiden immer voll auf meine Unterstützung zählen: Ich grabe beispielsweise das Unkraut so effizient und grossflächig aus, dass manchmal sogar Zierpflanzen weichen müssen und garantiert nichts mehr spriesst; auch mit jedem Häcksler weiss ich es aufzunehmen: Umher liegende Aststücke werden im Nu beinahe zu Sägemehl zermalmt. Das alles und viel mehr soll mir jemand nachmachen!!! – Nach getaner Arbeit sieht „mein“ Garten jeweils auch wunderschön aus, nicht wahr?: (Video dazu > Frühling 2016

 

Jetzt warteten wir nur noch auf den Sommer mit vielen warmen, langen Abenden, um die Natur noch besser geniessen zu können … - Leider machten uns Petrus‘ Pläne einen Strich durch die Rechnung: Video dazu > Sommer 2016

Da half nur Abwarten und Kaffee trinken, (Bild per Klick vergrösserbar)

 

denn auch an den Spielen der Fussball EM in Frankreich konnte man sich kaum erwärmen …

 

 

Trotz durchzogenen Witterungsverhältnissen wurde für mich der Sommeranfang zum unvergesslichen Highlight: Am 12. Juni fuhr ich mit meinen Menschen zum ersten Mal ins Ausland; wie wichtig und gross ich mir vorkam! Seit Tagen schon freute ich mich auf den Grenzübergang und malte mir in allen Farben aus, wie ich dem Zöllner stolz meinen Impfausweis präsentieren würde … welch Riesen-Enttäuschung, als am Zoll der diensthabende französische Beamte nur gelangweilt am Zollhäuschen lehnte, mich keines Blickes würdigte und unserem Auto nicht die geringste Aufmerksamkeit schenkte … Ob sich das bei der Heimreise ändern würde? – Nun denn: Ich war „in der Fremde“ und genoss es! Wenig später hätten wir liebend gern auf polizeiliche Betreuung verzichtet: Frohgemut rollten wir durch die hügelig bewaldete Landschaft des Haut Jura, auf der Suche nach einem Hotel-Restaurant, wo wir Ende Juli/Anfang August knallfreie Nationalfeiertags-Ferien verbringen wollten, als unsere Fahrt vorerst vor einer Polizei-Sperre endete.  Journée sans voitures – Auto freier Tag, liessen uns die Ordnungshüter wissen und boten uns hilfsbereit zwei Möglichkeiten an: Entweder das Auto stehen lassen  - man hätte nichts zu befürchten, es wäre ja unter polizeilicher Aufsicht – und zu Fuss dem 7 km langen und 800 m breiten Lac de Saint-Point 

entlang wandern oder einen grösseren Umweg in Kauf nehmen. Zwar stiegen wir mal aus, entschlossen uns nach wenigen Metern wegen des einsetzenden Regens und unpassenden Schuhwerks aber für die „déviation“. – Unterdessen war es bereits Nachmittag geworden, der Magen begann zu knurren, und wir hatten weder  ein Hotel noch ein Restaurant gefunden. Zweimal hielten wir in der Region der Bourgogne-Franche-Comté 

bei einem vielversprechenden Hotel-Restaurant an, studierten die Speisekarten, und das Wasser lief uns bereits im Mund zusammen, zweimal aber hiess es „désolé, on est complet!!!“ … der Verzweiflung nahe und angesichts des verheissungsvollen Dufts aus dem Speisesaal, buchte mein Vizechef im zweiten Haus, im Hotel Central von Censeau gleich ein Zimmer für unsere geplanten Ferien. Dass ich dabei sein würde, war für die Inhaber kein Problem. Damit war eigentlich der Zweck unserer Reise erfüllt, aber noch war fürs leibliche Wohl nicht gesorgt! – Nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel …“ kurvten wir weiter durch die wunderschöne Landschaft und hielten nach einem „angeschriebenen Haus“ Ausschau, als plötzlich aus den Nichts auf etwas über  1000 m das „Châlet de la Bourre“ (vidéo ansehen!) auftauchte. 

Tatsächlich fanden wir im gemütlichen Holzbau (Bild per Klick vergrösserbar)

noch ein freies Tischchen und meine Menschen wurden mit französischen Lokal-Spezialitäten nach Noten verwöhnt; 

Vorspeise: Lachsgratin mit Garnitur
Vorspeise: Lachsgratin mit Garnitur

ich hatte meine grosse Mühe, mich am Boden mit Wasser und meinem mitgebrachten Standard-Menu zu begnügen, während es „von oben“ nach Fisch, Filet mignon, Käse etc. roch … Wenigstens durfte ich dabei sein und wurde vom Restaurant-Besitzer gar innig liebkost.  – Nach mehrstündigem Schlemmen ging es nach Hause zurück über die Grenze, die wir zu meinem Leidwesen ebenso unbeachtet passierten wie zuvor …

 

Obgleich die Ferien noch in weiter Ferne waren, brachte die zweite Julihälfte nebst all meinen sportlichen Aktivitäten und Freundes-Treffen, die unterdessen fester Bestandteil meines Alltags sind, viel Jubel, Trubel, Heiterkeit:

 

Vorerst kam die Tour de France für drei Tage, 18. – 20. Juli, nach Bern  und sorgte für unglaublich viel Betriebsamkeit, die am Sonntag, 17.07., mit dem Tour Fest auf dem Bundesplatz ihren Anfang nahm. Zeitweise waren wir in unserem Berner Domizil völlig eingesperrt, weil die Radsportler fast vor unserer Haustür vorbei pedalten:

Eigentlich war ich fast ein wenig froh, als die Tour Bern verliess

und der „normale Alltag wieder eintreten konnte.

 

Viel wichtiger als die Radsportler war für mich ein anderes Ereignis: Ich wurde am 18. Juli zum ersten Mal stolze Besitzerin einer SBB-Tageskarte, gültig sowohl in der 2. als auch in der 1. Klasse!!! (Foto per Klick vergrösserbar)

Tags darauf durfte ich nämlich an einem Treffen ehemaliger Studienkollegen meiner Menschen in Luzern teilnehmen. War das ein Ding!!!: Früh morgens ging es zuerst zu Fuss an die Tramhaltestelle von Wabern, mit der Strassenbahn zum Bahnhof, Treppe hoch im wunderschönen „Wellenaufgang“ zum grossen Personenlift, hinunter zu den Perrons, wo mich eine völlig neuartige Duft- und Geräuschkulisse empfing. Als wackeres Mädchen sog ich all das Neue inmitten einer ungewohnten Menschenmenge neugierig auf. Da blieb wenig Zeit zum Staunen; rasch musste der Schnellzug bestiegen werden … und nach einer stündigen, unterhaltsamen Fahrt (ständig kamen allerlei 2-Beiner an meinem Abteil vorbei, die einen beguckten mich ängstlich, andere marschierten mutig an mir vorbei oder richteten gar ein liebes Wort an mich) nahmen uns in Luzern meiner Menschen „alte“ Freunde in Empfang. Oh, Wunder, allesamt begrüssten mich ganz herzlich und fanden mich süss, hübsch und freundlich. Nach einem Apéro – für mich gab es nur Wasser! – an der Schiffländte gings mit der „Unterwalden“, einem alten Raddampfer, (zum Vergrössern ins Foto klicken)

nach Küssnacht am Rigi zum Mittagessen auf die Terrasse des Hotels du Lac – Seehof direkt am See. Petrus schenkte uns so prächtig warmes Wetter, dass meiner Begleitung der Schweiss nur so übers Antlitz perlte und man sich für den Nachtisch an ein schattiges Plätzchen verkroch. Die Bedienung war so aufmerksam, dass mir eine Riesenschale kaltes Nass vorgesetzt wurde, bevor die andern auch nur von der Vorspeise träumten; bravo, Seehof!

Zu rasch verflog die Zeit und schon ging es zurück nach Luzern, diesmal mit einem super modernen Katamaran.

Nach einem letzten Erfrischungshalt an der Reuss hiess es leider von meinen neuen Freunden Abschied nehmen, mit der einhelligen Versicherung, einander inskünftig alle zwei Jahre in einem andern Teil der Schweiz wieder zu sehen. Im 2018 soll es ein von meinem Vizechef organisiertes Treffen in der Romandie sein. Darauf freue ich mich schon jetzt! – Die Heimreise im Zug verschlief ich grössten Teils; ich war völlig geschafft und merkte erst jetzt, wie sehr mir die vielen neuen Eindrücke und Düfte zugesetzt hatten. – Vor dem Schlafen-Gehen drückte mich meine Frau ganz fest an sich und sagte mir, wie stolz sie auf mich sei, dass man mich wirklich bedenkenlos überallhin mitnehmen könne und wie mustergültig ich mich benommen habe. Das tat wohl!

 

 

Einen Tag vor meiner Abreise in die Ferien ereilte mich noch eine sehr traurige Nachricht: Mein liebster und treuer Freund Luca hatte diese Welt  wegen eines Tumors verlassen müssen; eine für mich unfassbare Tatsache … hatte ich doch zehn Tage zuvor noch fröhlich mit ihm gespielt, und bis zusetzt war er seiner Lieblingsbeschäftigung, der Mausjagd, nachgegangen: (Fotos vergrösserbar)

Niemals werde ich „meinen“ Lüci, der mir ein so geduldiger Lehrmeister war,  vergessen!

 

Das Estivale Open Air 2016 am Ufer „meines“ Sees (nachts ist bei mir in Estavayer der lauten Musik wegen an keine Bettruhe zu denken) sorgte zusätzlich dafür, dass ich froh war, nach Frankreich in knallfreie Ferien zu fahren, um auf andere Gedanken zu kommen und von Feuerwerken, die mich schrecklich ängstigen, verschont zu bleiben.

Tatsächlich wurde es in jeder Beziehung eine wunderbare Auszeit mit vielen Ausflügen und stundenlangen Spaziergängen, wenngleich ich immerzu angeleint blieb, um ja zu verhindern, dass mir – wie seinerzeit Galaxie – etwas Schlimmes zustossen könnte.

Vive la France, j’y retournerai! – Herrlich ist natürlich, dass ich mich als bilingues Mädchen in unserem Nachbarland überall verständigen kann.

 

Der ausklingende Sommer 2016 wartete noch mit einigen Überraschungen auf:

  • Kaum war ich aus den Ferien zurück, erfuhr ich, dass Lucas Menschen bereits wieder einen 4-beinigen Weggefährten aufgenommen hatten und dass ich diesen bald treffen würde. Natürlich war ich mächtig gespannt auf den 4 1/2 Monate alten Arco. - Am 11.08. war es denn so weit: An der Aare wartete ein lustiger, tapsiger, tricolorer Artgenosse auf mich:(Foto per Klick vergrösserbar)

Arco, ein Berner Senn-Appenzeller Mischling, wurde am 24.04.16 auf einem Bauernhof geboren, und wir verstanden uns sofort blendend. Er wird bestimmt ein toller Freund und Spielkamerad werden.

  • Am 20. August sorgte das Quartierfest in Estavayer, an welchem ich ebenfalls teilnehmen durfte, für viel Jubel, Trubel, Heiterkeit. Da uns Petrus grosszügig begoss, musste der Anlass in ein Zelt verschoben werden ... Das hatte den Vorteil, dass sich der engeren Platzverhältnisse wegen alle näher kamen und ich denn so beim Graben nach einer versteckten Maus von unter dem Tisch her gleich die ganze Bankreihe aufs Mal mit fliegender Erde beglücken konnte. Mein Tun wurde mit Aufmerksamkeit und gar manchem Lächeln quittiert; wirklich, all meine Nachbarn sind echt okay!
  • Tags darauf schon, am 21.08., fuhren wir nach Kehrsatz an meines Vizechefs Fussball-Veteranen-Treffen. Der Himmel war blau, die Sonne lachte und mein Herz schlug höher, als ich mit offenen Armen wie ein Veteran empfangen wurde, obgleich ich die meisten noch nie gesehen hatte. Ich fühlte mich sogleich wie zu Hause und durfte mich überall frei bewegen, was im grossen Garten besonders Spass machte. Die Krönung des Ganzen waren für mich jedoch ein Mädchen und ein Knabe im Alter von vier und sechs Jahren, die sich meiner sofort annahmen, mich liebkosten und ausgelassen mir mir spielten. Immer wieder wusste vor allem Luana mich für irgendein Spiel zu begeistern; es war einfach herrlich. Als sich die Jungmannschaft gegen 22 Uhr Richtung Bett verabschieden musste, lag auch ich für einen Augenblick flach! (Fotos per Klick vergrössern)
  • Wofür über zwei Jahre lang Tausende gearbeitet hatten, konnte am 26. August endlich offiziell die Tore öffnen: das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2016 - Besucher aus allen Landesteilen überschwemmten Estavayer und Umgebung. Der Anlass war in jeder Beziehung ein Riesenerfolg. Ich erlebte das Fest zwar nicht wirklich, genoss es jedoch in vollen Zügen, da die ganze Zeit über Gäste im Haus ein- und aus gingen. Ich mag eben viel Betriebsamkeit, auch wenn sie manchmal auf Kosten meines Schlafs geht ...

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updated: 14.09.17:

Mein Tagebuch Sommer 2017

 

 

 

 

 


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